Testbericht: Schindelhauer Bikes – Siegfried

Ich teste den Siegfried aus dem Hause Schindelhauer ĂĽber Pfingsten

Schindelhauer Bikes Siegfried
Schindelhauer Bikes Siegfried

Privilegien mag jeder Mensch. Als ein solches sehe ich es an, wenn ich eines der edelsten Fahrräder aus Deutschland fahren kann. In meine Händen befindet sich in diesen Tagen das Schindelhauer Bike „Siegfried“. Mit diesem Artikel stelle ich euch das Bike und viele Details vor.

Schindelhauer Bikes gehören zu den schönsten Fahrrädern die in Deutschland entworfen, entwickelt und verkauft werden. „Made in Germany“ also. Ich möchte euch „Siegfried“ vorstellen. Es ist eines der beiden Singlespeed von Schindelhauer und kommt mit nur 8,9 kg daher. Beim Test habe ich es in der Version „Silber pur“, als Farbmodell. Wer sich fĂĽr Siegfried entscheidet kann zwischen drei Farben wählen.

  • Silber pur
  • SahneweiĂź
  • Mitternachtsblau

Schindelhauer Logo

Testbericht

Ausgestattet mit Continental Grandprix Bereifung, holte ich das Schindelhauer Bike „Siegfried“ am Samstag ab um es über Pfingsten ausführlich auszuprobieren.

Schindelhauer selbst schreibt: „Siegfried lässt Sie Fahrrad und Umgebung völlig neu genießen“. Ein provokanter Satz. Heute weiß ich, es stimmt. Zum einen rollt „Siegfried“ wirklich ausgezeichnet und ich bin fast nur Passagier, zum anderen ist es auffällig wie viele Menschen mir neugierige Blicke zuwerfen. Ohne Zweifel, wer es nicht leiden kann von anderen Personen angeschaut zu werden, sollte kein Schindelhauer Bike fahren. Ich weiß nun wie es Blicke anzieht. Und nicht nur das, auch angesprochen wurde ich mehrfach. Vor allem während der Foto-Sessions.

Kommen wir mal zu den Details! :-)

Brooks: Sattel und Griffe edelster Form

Schindelhauer veredelt die Fahrräder generell mit Elementen aus dem Hause „Brooks“. Bei Siegfried ist es das Lenkerband sowie die Abdeckungen an den Seiten. Wie auf nachfolgenden Bild zu sehen, sind die Abdeckungen hochwertig aus Kork.

Übrigens, wer „Abdeckungen“ als Begriff nicht mag, kann sie auch Lenkerstopfen oder „Barend Plug“ nennen. Für mich sind es jedoch Abdeckungen.

Brooks - Griff Abdeckung

Zusammen mit dem Brooks Lenkerband – natĂĽrlich in einem schönen Braunton – harmonieren die Bauteile perfekt. Ich finde die Farbgebung auch sehr passend zu Silber. Es kommen so auch die Tektro Bremsen gut am Lenker zu Geltung.

Brooks Lenkerband

Damit die Farben am kompletten „Siegfried“ gut zusammenspielen, setzt Schindelhauer auch beim Sattel auf einen Brooks. Der „Brooks Swift“ kommt in einem antikbraun.

Brooks Sattel

Was mir am Griff nicht ganz zusagt ist das schwarze Klebeband mit dem das Lenkerband abschließt. Es zieht meinen Blick zu sehr an. Rückt sich also für mich persönlich zu stark in den Mittelpunkt und lenkt dadurch vom Lenkerband und restlichen Bauteilen ab. Hier dürfte für meinen Geschmack was dezenteres her.

Der Gates Carbon Drive™ Antrieb

Ein echtes „Wow!“ bringt mir der Gates Carbon Drive™ Riemen über die Lippen. Ehrlich, hier wird Siegfried von modernster Technik angetrieben und jeder Tritt in die Pedale macht unendlich Spaß. Lautlos und direkt. Und vor allem sauber, denn hier wird natürlich nichts geschmiert.

Carbon Drive am Schindelhauer

Der Gates Carbon Drive™ Center Track mit vorn 60 und hinten 22 Zähnen, treibt Siegfried sehr schnell an. Der Antrieb hält laut Matthias Proske (Inhaber der Radmanufaktur) mehr als 25.000 km ohne Wartung. Hersteller sprechen dem Riemenantrieb sogar noch deutlich mehr Kilometer zu. Ich selbst weiß es nicht. In jedem Fall sind das viel, viel mehr Kilometer als mit einer „Kette“.

Carbon Drive Antrieb

Optisch ist der Gates Carbon Drive ein echter Hingucker und funktional super. Hierauf wurde ich bei meinen AusflĂĽgen oft von anderen Personen angesprochen. Manchmal griffen die Leute so schnell an den Riemen das ich nicht reagieren konnte.

Fast wie bei einem Baby im Kinderwagen. Ähnlich einem „ohhh… bist du süß“ … und einem zuppeln an den Wangen, tatschten sie den Riemenantrieb an. Wohlgemerkt, vor allem ältere Personen fanden Schindelhauer Siegfried ansprechend!

Carbon Drive und Schindelhauer Logo

Immer wieder entdeckte ich während meiner Testfahrten und den Foto-Sessions irgendwo am Fahrrad ein Schindelhauer Logo. Es fällt kaum auf, platziert sich aber so schön und perfekt. Sieh dir das Bild oben an, einfach und dezent ist dort das Schindelhauer Logo zu finden.

Kurbelsatz, Lager und Pedalen

Siegfried wird mit Shimano Alfine ausgeliefert. Kurbelsatz und Innenlager sind damit gemeint. Die Pedalen sind edel verarbeitete Plattformen von Schindelhauer selbst. Die CNC gefrästen (Kunst)Werke haben eine top Haftung mit normalen Sneakers und geben auch Ledersohlen absolut perfekten Halt. Der tägliche Weg durch die Stadt ins Büro ist damit „sicher“.

Schindelhauer Pedale

Hier findet sich auch das Schindelhauer Logo wieder. Aufgrund der hohen Nachfrage bietet Schindelhauer die Pedalen auch einzeln zum Kauf an.

Ein weiteres Logo findet man, wenn man sich Siegfried von vorne genauer anschaut. :-)

Siegfried von vorne

Und wer einen Blick auf die Nabe im Vorderrad riskiert, wird erneut fĂĽndig.

Siegfried Nabe

Schindelhauer Siegfried: Bilder

Da ich mit „Siegfried“ über Pfingsten lange unterwegs war, entstanden auch viele Bilder. Ein paar davon möchte ich euch gerne präsentieren. Wenn jemand eines oder mehrere Bilder davon „hochauflösend“ und ohne Qualitätsverlust musste, gerne bei mir melden. Dann sende ich diese rüber. :-)

Fahrerlebnis mit dem Schindelhauer Siegfried

Das Schindelhauer fährt sich mit dem Carbon Drive sehr direkt im Antrieb. Das macht wirklich Spaß. Man hat eine sehr gute Kontrolle über das Fahrrad. Die Gabel ist für meinen Geschmack ein wenig zu weit nach vorne gebogen. So ergibt sich ein Vorlauf, der in engen Kurven die Kontrolle ein wenig komplizierter macht. Dafür hat das Rad dann einen guten Geradeauslaufen und liegt auf geraden Strecken gut in der Spur. Auch werden durch die gebogene Gabel Unebenheiten der Straße gut gefedert.

Die Bereifung ist ab Werk auch fĂĽr leichte Waldwege geeignet und macht auch bei Regen eine gute Figur in Kurven.

Der Carbon Drive Antrieb ist extrem leise und das Kettenrasseln hat ein Ende. Generell finde ich diese Antriebe gut, denn Schmutz kann diesen auch beim widrigsten Wetter nichts anhaben. Ich empfehle aber in hügeligen Regionen kein Single Speed und würde hier eher zum Schindelhauer Ludwig greifen. Man ist mit einer Gangschaltung einfach dynamischer und flexibler unterwegs. Wer es puristisch mag und nur in der Ebene fährt, der sollte sich meiner Erfahrung nach für das Siegfried entscheiden.

Fazit zum Test

Ich finde Siegfried wundervoll. Technisch auf einem sehr hohen Niveau und optisch ein Klassiker im modernen Design. Die Verarbeitung von Rahmen und allen Anbauteilen ist hochwertig. Aufmerksamkeit war mir in der Stadt sicher. Einzig auf den Preis von 1.450 Euro reagierten manche Interessenten skeptisch. Doch nach ein wenig Aufklärung warum das so ist, war die Skepsis verflogen. Teils wollte man es mir an Ort und Stelle abkaufen.

Was soll ich da weiter sagen. Ein super Schindelhauer Bike fĂĽr den Alltag – und sicher auch an der Wand ein gutes „Bild“. FĂĽr den Weg zur Arbeit oder kleine Touren zum See etc. eignet es sich hervorragend.

8 Kommentare zu Testbericht: Schindelhauer Bikes – Siegfried

  1. Hallo!
    Ich möchte hier kein Werturteil abgeben, sondern meine persönliche Meinung ĂĽber das Rad zum Ausdruck bringen. Es ist optisch sehr ansprechend und die technischen Gimmigs gefallen so das der Preis fĂĽr das Rad als durchaus akzeptabel ist.Anmerken möchte ich nur das das Rad ohne Schutzbleche auskommt und eine Aufnahme dafĂĽr nicht ersichtlich ist.Auf den Canaren wäre das auch ok. doch als Rad fĂĽr „alle“ Tage hier im Norden, ich weiĂź nicht.Dezente Edelstahlbleche (hochglanz) wĂĽrden dem Rad durchaus gut stehen und noch ein Wort zu den Lenkerendstopfen,bitte voll daneben (egal von welchem Hersteller), vieleicht fĂĽr Weinliebhaber ein nettes Accessiore.
    in dem Sinne wb.

  2. Hi,
    wer sich auch nur zwei Sekunden zeit auf der Schindelhauer Internetseite verbringt, sieht sofort dass große Angebot von Accessoires wie Gepäckträger, Lenker, Rahmen, Lacke, Narben, Pedale UND ganz wichtig für diesen Post über mir auch Schutzbleche. schließlich ist es ein vollwertiges Alltagsprodukt aus Germany, und wir kennen das Deutsche Wetter. Also wurde hier an alles gedacht.
    Man merkt ich liebe mein Schindelhauer Viktor und die Marke an sich.

  3. Mich wĂĽrde interessieren, wie sich der schwierige Antritt durch den Singlespeed im Alltag macht. Ich habe da gerade noch bedenken, dass man (auch im flachen Land) irgendwann genervt ist, dass man nicht in einen niedrigeren Gang schalten kann?

  4. habe das schindelhauer viktor seit 2 jahren und bin vollstens zufriede,
    der antritt ist super und hatte noch probleme damit, selbst etwas hĂĽgelige gelände ist mit etwas power gut zu meistern, vermisse keinen tag eine gangschaltung…! grĂĽsse

  5. Ich habe den Testbericht soeben gelesen weil ich noch unschlüssig bin zwischen Single speed und Gangschaltung (also Siegfried oder Ludwig). Leider vermisse ich in diesem Testbericht jegliche Analyse des Fahreindrucks. Sollte ich mich evtl. doch verlesen haben geht dieses Thema aus meiner Sicht total unter. Schade, da dieses Bike natürlich schön und toll gemacht ist, aber wenn innere Werte überhaupt keine Rolle spielen finde ich, sorry, die Intention fraglich, Fahrräder überhaupt testen und bewerten zu wollen. Ich finde wie gesagt Schindelhauerbikes super toll designt aber man sollte sich nicht von Schönheit nur blenden lassen wenn die Technik (single speed) möglicherweise eher enttäuschend funktioniert. Das wollte ich eigentlich hier nachlesen, ist aber leider nicht zu finden.

    • Im Test kurz vor dem Ende ist ein Absatz zum Fahrerlebnis. Single Speed mit Carbon Drive ist super fĂĽr rein flache Gegenden. In welligem Gelände wĂĽrde ich das Modell Ludwig dem Siegfried vorziehen.

  6. Hallo, ich habe mich fĂĽr das Siegfried entschieden und auf Bullhorn umgerĂĽstet. Ich nutze das Rad als Alltagsrad auf dem Weg zur Arbeit wie auch als Trainingsrad fĂĽr 30 bis 70 km. Ein Schnitt von 28 km/h ist auf den Etappen mit der StandardĂĽbersetzung 60/22 gut drin. Hier in der Mecklenburgischen Seenlandschaft gibt es weitestgehend sanfte HĂĽgel. Bei 6 bis 8 % auf kurzen Strecken und mit etwas Schwung geht gut. Steilere Anstiege sind mit dem Singlespeed-Antrieb gut trainiert auch machbar – werden aber anstrengend.
    Als Nachteile wĂĽrde ich bei dem Rad nur 3 Punkte nennen: es fehlen Anschraubpunkte (könnte man sicher auch verdeckt integrieren) fĂĽr Trinkflaschenhalter, Fahrradschlosshalter, Luftpumpe o.ä. , der Lack ist etwas kratzempfindlich – insbesondere wenn man wegen fehlender Anschraubpunkte auf Riemen oder Klett-Varianten ausweichen muss. Mein nächstes Schindelhauer ist nicht Mitternachtsblau, sondern Alu-Farben. Und drittens habe ich 28 mm Reifen montiert 30er wĂĽrden auch funktionieren aber bei 35er wird es wohl eng. Ein Rahmen, der bis zu 35 mm Reifen zulässt wäre – gerade fĂĽr die Stadt – sicher nicht schlechter.

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