Das Kemoway Z3 ist ein faltbares E-Bike mit 20-Zoll-Laufrädern, dicken 3-Zoll-Reifen und einem 720-Wh-Samsung-Akku. Preislich liegt es mit 1.699 Euro mitten in der Mittelklasse der E-Falträder — deutlich über den Billigmodellen unter 1.000 Euro, klar unter den Premium-Faltern. Dieser Test klärt nach rund 450 Kilometern, was das Rad in der Praxis kann, wo es schwächelt, wie langlebig der Akku ist und für wen es taugt.
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Inhaltsverzeichnis
Technische Daten Kemoway Z3
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| Typ | E-Klapprad (Pedelec, 25 km/h) |
| Preis | 1.699 € (UVP), 1.799 € Normalpreis |
| Motor | Ananda Heckmotor, 250 W Nennleistung, 55 Nm |
| Sensor | reiner Drehmomentsensor, 5 Unterstützungsstufen |
| Akku | 720 Wh Samsung, 48 V, entnehmbar |
| Ladezyklen | ca. 600 bei rund 80 % Restkapazität |
| Ladezeit | ca. 5 h (3-A-Ladegerät) |
| Reichweite (Werk) | bis 160 km (Eco) |
| Reichweite (Test) | ca. 85 km (wellig, ca. 100 kg Zuladung) |
| Schaltung | Shimano Altus, 8-Gang |
| Kurbel / Kettenblatt | 170 mm / 52 Zähne |
| Bremsen | Tektro HD-E500 hydraulisch, 180 mm v/h |
| Federgabel | 60 mm Federweg |
| Laufräder / Reifen | 20 Zoll, 3,0 Zoll breit |
| Rahmen | Aluminium, faltbar |
| Gewicht | 30,5 kg (mit Akku) |
| Faltmaß | ca. 90 × 42 × 75 cm |
| max. Systemgewicht | 150 kg |
| Gepäckträger | MIK HD, freigegeben für 15 kg |
| Beleuchtung | 90-Lux-Scheinwerfer (StVZO), Blinker, Bremslicht |
| Garantie | 2 Jahre auf Akku und Motor, 30 Tage Rückgabe |
| Ersatzakku | ca. 320 € |

Aufbau und Verarbeitung
Der Aufbau gelingt in unter 15 Minuten. Das Rad kommt zu großen Teilen vormontiert, die mitgelieferte deutschsprachige Anleitung ist ungewöhnlich gut und gibt sogar Hinweise zur richtigen Sitzposition und den passenden Einstellungen — das sieht man in dieser Preisklasse selten.
Die Verarbeitung überzeugt. Trotz Faltmechanismus sitzen Lenker und Rahmen spielfrei, auch bei schnellen Lastwechseln aus der Kurve wackelt nichts. Das Faltgelenk ist mehrfach gesichert, die Klapppedale wirken robuster als bei vielen Mitbewerbern, und der Lenker-Klappmechanismus lässt sich über einen breiten Hebel sicher und einfach bedienen. Der Lack fällt dünn aus, ist aber sauber aufgetragen — eine gewisse Anfälligkeit für Kratzer ist zu erwarten.
Antrieb und Motor
Im Heck arbeitet ein Ananda-Motor mit 250 Watt Nennleistung und 55 Nm Drehmoment. Die Kraft wird über einen reinen Drehmomentsensor dosiert, der misst, wie stark in die Pedale getreten wird. Im Test setzt die Unterstützung mit einer minimalen, kaum spürbaren Verzögerung ein und zieht danach gleichmäßig an — angenehm dosiert statt ruckartig. Eine Anfahrhilfe schiebt am Berg zuverlässig aus dem Stand an.

Drehmomentsensor — kein Premium-Merkmal mehr
Lange galt ein Drehmomentsensor als Oberklasse-Feature. Heute steckt er selbst in E-Bikes unter 1.000 Euro, weil die großen Antriebs-Zulieferer ihn in Masse fertigen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht mehr, ob ein Rad einen Drehmomentsensor hat, sondern wie sauber er abgestimmt ist. Beim Z3 ist die Abstimmung gelungen. Eine Umschaltung zwischen Trittfrequenz- und Drehmomentmodus gibt es nicht — das Rad fährt rein über den Drehmomentsensor.
Akku und Reichweite
Der 720-Wh-Akku stammt aus Samsung-Zellen, sitzt entnehmbar im breiten Unterrohr und ist von oben gut zugänglich, was den Ein- und Ausbau erleichtert. Geladen ist er mit dem 3-A-Ladegerät in rund 5 Stunden. Die Werksangabe von bis zu 160 km gilt für den Eco-Modus auf ebener Strecke mit leichtem Fahrer. Im Test ergab sich im welligen Gelände mit rund 100 kg Zuladung eine reale Reichweite von etwa 85 km — für ein über 30 kg schweres Rad mit grobem Profil ein guter Wert.

Wie lange hält der Akku — und was kostet Ersatz?
Der Akku ist auf rund 600 Ladezyklen ausgelegt, bevor er auf etwa 80 % Restkapazität fällt. Bei 3.000 Kilometern im Jahr entspricht das grob 40 Ladungen jährlich — rechnerisch über 10 Jahre, bevor die Kapazität spürbar nachlässt. Rahmen, Bremsen und Schaltung überleben den Akku also locker.
Genau hier liegt der wunde Punkt vieler günstiger E-Bikes: nicht am Rahmen, sondern am Nachschub. Ist die Marke verschwunden, gibt es keinen passenden Akku mehr — und ein Rad für über 1.000 Euro wird zu Elektroschrott. Ein 720-Wh-Ersatzakku von Kemoway kostet rund 320 Euro , also etwa ein Fünftel des Radpreises. Das zeigt, wie zentral dieses Bauteil ist — und warum die Herkunft des Herstellers (dazu unten mehr) hier eine besondere Rolle spielt.
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Fahrgefühl und Handling
Das Kurvengefühl ist die heimliche Stärke des Z3. Weil der schwere Akku tief und mittig im Unterrohr sitzt, liegt das Rad satt in der Kurve und kippt nicht nervös — trotz der 20-Zoll-Laufräder, die sonst für ein etwas zappeliges Lenkverhalten stehen. Die 3 Zoll breiten Reifen schlucken einen guten Teil der Stöße und wirken wie eine zweite, unsichtbare Federung. Das ist auch nötig, denn die 60-mm-Federgabel spricht eine Spur zu träge an.
Auf Schotter, Waldboden, Feldweg und Sand ist das Rad klar in seinem Element. Auf glattem Asphalt rollt es dagegen zäher, und die Reifen erzeugen ein deutliches Abrollgeräusch.

Das Abrollgeräusch richtig eingeordnet
In mehreren Tests wird das Z3 als laut beschrieben. Das Geräusch kommt jedoch nicht vom Motor, sondern von den Reifen: Das große Luftvolumen überträgt den Schall des Untergrunds stärker als ein schmaler Straßenreifen, und das breite Unterrohr wirkt dabei wie ein Resonanzkörper. Dieses Verhalten ist Physik und betrifft jedes Rad mit 3-Zoll- oder Fat-Reifen, unabhängig von der Marke. Von „störend laut“ ist es weit entfernt — es ist schlicht der Preis für das Reifenvolumen, das im Gegenzug Komfort und Traktion liefert.
Bremsen, Schaltung und Ausstattung
Die hydraulischen Scheibenbremsen Tektro HD-E500 mit 180-mm-Scheiben vorne und hinten packen nach dem Einbremsen zuverlässig und sind dem Preis angemessen. Eine Grenze gibt es: Größere Scheiben lassen sich nicht montieren, die Aufnahme gibt nur 180 mm her. Für Stadt und Tour reicht das, für harten Downhill war das Rad nie gedacht.
Die 8-Gang-Schaltung von Shimano Altus arbeitet sauber, auch unter Last am Berg. Ab Werk war sie minimal dejustiert und rasselte leicht — nach kurzer Nachjustage einwandfrei. Das LCD-Display ist bewusst simpel gehalten, ohne Bluetooth und App-Zwang, und gerade deshalb auch bei Sonne gut ablesbar. Für Sicherheit sorgen ein 90-Lux-Scheinwerfer nach StVZO, Blinker und ein automatisches Bremslicht. Einen Gasgriff gibt es nicht — das Rad unterstützt nur beim Treten und bleibt damit rechtlich ein sauberes Pedelec.

Falten und Transport
Gefaltet ist das Z3 in unter 30 Sekunden, das Faltmaß liegt bei rund 90 × 42 × 75 cm. Der Sattel lässt sich über Markierungen sofort wieder auf die exakte Höhe bringen. Ausgeklappt steht das Rad absolut stabil, das Gelenk ist mehrfach gesichert.
Der entscheidende Kompromiss ist das Gewicht: 30,5 kg sind gut 1,5 volle Kästen Wasser. Das Rad lässt sich gut verstauen, aber kaum bequem tragen. Faltbar heißt hier verstaubar, nicht tragbar — ideal für Kofferraum, Heckgarage am Wohnmobil oder Abstellkammer, ungeeignet als Pendlerrad, das täglich Treppen hoch muss. Der MIK-HD-Gepäckträger ist offiziell für 15 kg freigegeben; im Test hielt er auch 20 kg klaglos (über die Freigabe hinaus auf eigene Verantwortung).

Wer steckt hinter Kemoway?
Kemoway ist die Komplettrad-Marke des Akku-Spezialisten YOSE POWER, der seit 2011 Akkus und Umbausätze herstellt und nach eigenen Angaben über 500.000 Kunden ausgestattet hat. Die Wurzeln liegen in China, in der Provinz Zhejiang nahe Shanghai; die deutsche Vertriebsgesellschaft sitzt in Darmstadt. 2019 entstanden die ersten eigenen Räder — der logische Schritt für einen Hersteller, der das teuerste und empfindlichste Bauteil ohnehin selbst baut.
Für Käufer ist das relevant: Ein Akku-Hersteller hat das größte Eigeninteresse, auch nach Jahren noch passende Ersatzakkus zu liefern — genau dort, wo No-Name-Marken aussteigen. Eine schriftliche Garantie über sehr lange Zeiträume gibt es nicht, aber von allen Budget-Anbietern ist ein Akku-Bauer der wahrscheinlichste Kandidat für langfristige Versorgung.
Hinzu kommt eine echte deutsche Service-Struktur: ein Laden mit Showroom in Darmstadt, offizielle Servicezentren und autorisierte Werkstätten, Versand aus deutschem Lager, 2 Jahre Garantie auf Akku und Motor sowie 30 Tage Rückgaberecht. Das ist mehr, als ein reiner Online-Direktversender bietet — auch wenn das Rad in Asien gebaut wird.

Für wen eignet sich das Kemoway Z3 — und für wen nicht?
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| Fahren auf losem Untergrund (Schotter, Wald, Sand) | Reine Asphalt- und Speed-Fahrer |
| Camper, Wohnmobil, Auto-Kombination | Pendler, die täglich tragen/Treppen steigen |
| Kleine Wohnung oder kleiner Keller | Steile Berge mit viel Gepäck ohne Eigenleistung |
| Fahrer bis ca. 183 cm, System bis 150 kg | Fans von App-Anbindung und smarter Vernetzung |
| Käufer mit Wunsch nach deutschem Service/Leasing | Wer ein federleichtes Faltrad sucht |

Fazit
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