Meeschendorf auf Fehmarn gilt unter Anglern als Geheimtipp für Ostseeabenteuer vom Ufer und vom Boot. Meine persönlichen Erfahrungen an diesem Küstenabschnitt und ein paar praktische Ausrüstungstipps über drei konkrete Angelstellen am Ufer bis hin zum Bootsangeln vor Burgtiefe / Meeschendorf. Hier erfährst Du alles Wichtige, um in Meeschendorf erfolgreich auf Plattfisch, Meerforelle, Hornhecht & Co. zu angeln. Auch Infos zu lokalen Bootsverleihern, Angelgeschäften und der Fischereierlaubnis Schleswig-Holstein (inklusive geplanter Online-Version ab 2026) kommen nicht zu kurz.
Kurz gesagt: Mein praxisnaher Guide fĂĽr technikaffine Outdoor-Fans, die beim Angeln Natur und Know-how verbinden wollen.
Inhaltsverzeichnis
- AusrĂĽstung und Vorbereitung: Das richtige Gear fĂĽr Fehmarn
- KĂĽstenangeln in Meeschendorf: Drei lohnende Uferstellen
- Angeln vom Boot vor Fehmarn: FanggrĂĽnde, Tourenplanung und AusrĂĽstung
- Angler-Treffpunkt Fehmarn: AusrĂĽstung vor Ort, Einkaufstipps und Beratung
- Fischereierlaubnis Schleswig-Holstein: Angelschein, KĂĽstenkarte & digitale Zukunft
- Persönliches Fazit: Meer, Natur und Familie – warum Meeschendorf mehr ist als nur Angeln
AusrĂĽstung und Vorbereitung: Das richtige Gear fĂĽr Fehmarn
Beim Ostseeangeln in Meeschendorf ist die passende AngelausrĂĽstung das A und O. Aus eigener Erfahrung weiĂź ich, dass man mit durchdachter Vorbereitung nicht nur erfolgreicher fischt, sondern auch flexibler auf Wind und Wetter reagieren kann. Hier meine AusrĂĽstungs-Tipps im Ăśberblick:
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Wathose und Watstiefel: Unerlässlich fürs Spinnfischen auf Meerforelle oder Hornhecht. Die flachen Ostsee-Buchten bei Meeschendorf erlauben weites Hineinwaten – mit Wathose kommt man an die interessanten Kanten und umgeht den Blasentanggürtel im Uferbereich. Außerdem bleibt man auch bei Wellengang trocken.
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Brandungsruten für Plattfisch: Für das Grundangeln auf Plattfische (Flunder, Scholle, Kliesche) vom Strand nutze ich eine 3,90 m Brandungsrute mit einem Wurfgewicht um 50–100 g. So lassen sich auch bei auflandigem Wind und leichter Strömung die nötigen Wurfweiten erzielen. Ein schwerer Bleikrallenwirbel (~75 g) hält das Grundmontage-Paternoster in Position. Tipp: In Meeschendorf gibt es ausgedehnte Sandbänke – etwas weiter draußen folgt ein Drop-off von ~5 m auf 8 m Tiefe, wo sich Plattfische sammeln. Mit ausreichend Wurfgewicht erreicht man diese Kante auch vom Ufer.
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Spinnrute für Meerforelle & Co.: Parallel zur Grundrute habe ich immer eine leichte Spinnrute (ca. 2,70 m, 15–45 g Wurfgewicht) dabei. Damit fische ich aktive Methoden: Meerforellen-Blinker (z.B. 20–30 g Küstenwobbler oder Schlanken-Blinker) und im Frühjahr Oberflächenköder für Hornhecht. Gerade im April/Mai „kocht“ die Ostsee oft vor Hornhechten – die agilen Räuber lieben schlanke Silberblinker oder Sbirolino-Montagen mit kleinen Streamern. Kurzer Ruck – und schon hängt ein Hornhecht an der Leine.

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Köder und Montagen: Naturköder Nummer eins für Plattfische sind Wattwürmer (Lugworm) und Seeringelwürmer. In den lokalen Angelläden Fehmarns bekommt man sie frisch (25er-Pack Wattwurm ca. 10 €, 50er ~15 €). Seeringelwurm (oft „Dänischer Wurm“ genannt) ist teurer – um 1 € pro Stück – lohnt sich aber bei kühlem Wasser für Flunder. Ich nehme meist 2 Dutzend Würmer pro Ansitz. Fertige Brandungsvorfächer mit zwei Mundschnüren, Perlen und Spinnerblättchen sind vor Ort erhältlich und erleichtern den Einstieg. Für Meerforellen halten die Shops spezielle Kunstköder parat – etwa den „Mefo Minnow – Angelhus Fehmarn Edition“, ein Küstenblinker in exklusiver Farbvariation (~9 €). Solche lokal erprobten Köder lohnen sich, denn sie wurden vom Team des Angel-Hus gezielt für Fehmarns Küsten entwickelt. Das Angelhus findest Du im Zentrum von Burg auf Fehmarn.
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Weiteres Zubehör: Rutenhalter oder Dreibein fürs Brandungsangeln (damit die Schnur über den Wellen bleibt), eine robuste Stationärrolle (Größe 6000+ mit 0,35er Mono) für Grundmontagen, sowie eine 3000–4000er Rolle mit 0,12–0,15 mm Geflechtschnur fürs Spinnfischen gehören ins Gepäck. Auch Kleinteile wie Wirbel, Anti-Tangle-Booms, Leuchtknicklichter für die Nacht und natürlich ein Kescher (Landungsnetz) und Fischbetäuber/Messersind einzupacken. Nicht vergessen: Kälte- und Regenschutz – das Wetter an der Ostsee kann schnell umschlagen.
- Vor der Küste von Meeschendorf sind sehr viele Kiessteine im Meer. Der Stand ist also nicht ganz sicher. Ich habe hier bessere Erfahrungen mit Wathosen gemacht, die mit separaten Schuhen und sicherem Profil ergänzt werden.
Mit dieser Ausrüstung ist man für die typischen Angelmethoden in Meeschendorf gewappnet. Mein Rat: Lieber ein Setup mehr mitnehmen – die Bedingungen können es erfordern, spontan von Grundangeln auf Spinnfischen zu wechseln (etwa wenn plötzlich Meerforellen an der Oberfläche jagen). So bleibt man flexibel und kann jede Gelegenheit nutzen.
KĂĽstenangeln in Meeschendorf: Drei lohnende Uferstellen
Fehmarns Küsten bieten an nahezu jeder Ecke gute Angelchancen – doch Meeschendorf im Süden der Insel ist etwas Besonderes. Hier treffen weite Sandstrände auf bewachsene Steinabschnitte, was eine große Vielfalt an Zielfischen ermöglicht. Im Folgenden stelle ich drei konkrete Ufer-Spots in Meeschendorf vor, die sich bei meinen Touren bewährt haben. Mit dabei: genaue Lagebeschreibung, optimale Angelzeiten und persönliche Fangerlebnisse von Plattfisch über Meerforelle bis Hornhecht (und sogar Makrele).
1. Sandstrand vor Meeschendorf – Plattfisch-Paradies in der Dämmerung
Lage: Direkt vor dem Campingplatz Meeschendorf erstreckt sich ein breiter, feinsandiger Strand (im Sommer offizieller Badestrand). Zugang findet man z.B. über den Strandparkplatz am Ende der Meeschendorfer Strandstraße. Charakter:Flach abfallendes Ufer mit ausgedehnten Sandbänken. Bei ablaufendem Wasser bilden sich teils Rinnen zwischen den Bänken – Hotspots für Flundern und Schollen, die dort nach Nahrung gründeln. Etwa 100 m vom Ufer entfernt fällt der Grund von ~5 auf 8 m ab – eine Kante, an der sich Fische sammeln.
Zielfische & Fangerfahrungen: Hier habe ich meine ersten Ostsee-Plattfische gefangen, und bis heute ist der Spot für Flunder und Scholle verlässlich. In lauen Septembernächten bissen regelmäßig Flundern bis 40 cm auf Wattwurm-Grundmontagen, manchmal im Doppelpack an der Zweihaken-Montage. Mein persönliches Highlight war eine knapp 45 cm große Scholle in einem Oktoberurlaub, die mitten in der Nacht an der Brandungsrute zappelte – ein kapitaler Plattfisch, der zeigt, was Meeschendorf zu bieten hat. Im Frühjahr gesellen sich auch mal Dorsche hinzu: Ich erinnere mich an einen Aprilabend, als plötzlich die Rutenspitze ruckte und ein 50 cm Dorsch den Wattwurm genommen hatte. Solche Beifänge sind selten, aber möglich – vor allem an der genannten Kante ins Tiefere. Wer gezielt Dorsch will, sollte jedoch Spot #2 ansehen.

Beste Zeiten: Abend- und frühe Nachtstunden sind am Sandstrand klar am produktivsten. Bei Einbruch der Dämmerung wagen sich die Plattfische in Ufernähe und suchen aktiv nach Nahrung. Zudem sind dann kaum noch Badegäste im Wasser, was gerade in der Sommersaison wichtig ist – Tagsüber ist das Angeln hier während der Badesaison untersagt (es stehen Hinweisschilder am Strand). Ich plane meine Ansitze daher meist 2 Stunden vor Sonnenuntergang bis Mitternacht. In den kälteren Monaten (Oktober bis April), wenn kein Badebetrieb ist, kann man auch tagsüber angeln; dennoch habe ich selbst auch im Winter die besten Fänge oft in der Dämmerung gemacht. Wettertipps: Ein leichter auflandiger Wind (Südost bis Südwest am Südufer) sorgt für etwas Welle und aufgewühltes Sediment – dann scheinen die Plattfische besonders aktiv zu sein. Allzu starker Sturm und Kraut in der Brandung sind allerdings kontraproduktiv. Bei Hochdrucklage mit klarer, ruhiger See beißen sie manchmal zögerlicher – da hilft es, weiter draußen an der Kante zu fischen, wo das Wasser dunkler ist.
Besonderheiten: Im Mai lohnt es sich, auch tagsüber mal die Spinnrute zu zücken: Dann ziehen die Hornhechte durch Meeschendorf. Ich habe hier in der Bucht am helllichten Tag Hornhechte von 70–80 cm Länge gefangen – teils auf einen schlanken Meerforellenblinker, teils klassisch mit Pose und Heringsfetzen. Die Kampfkraft dieser „Ostsee-Makrelen“ ist beeindruckend und bringt Action in den Angel-Alltag. Übrigens gibt es seit kurzem eine besondere Attraktion am Strand: eine Schaukel im Wasser (Fotospot der Touristiker). Für uns Angler vor allem interessant, weil sich in dem Bereich einige größere Steine befinden – rund um solche Strukturen findet man gern Flundern im Sand.
Hinweis: Zur Hauptbadezeit (Juli/August) möglichst nur nachts oder frühmorgens angeln, aus Rücksicht und um Konflikte zu vermeiden. Die Strandaufsicht in Meeschendorf achtet auf die Einhaltung der Regeln – eine freundliche Abstimmung mit den Rettungsschwimmern oder der Dame am Strandhäuschen (die mich einst tagsüber energisch vom Angeln abhielt) schadet nicht. Außerhalb der Saison ist der Strand hingegen herrlich ruhig: Man hat oft kilometerweit Küste für sich allein, begleitet nur von Möwen und dem Rauschen der Ostsee.
2. Felsküste Richtung Staberhuk – Meerforelle und Dorsch in wildromantischer Kulisse
Lage: Östlich an den Meeschendorfer Strand schließt ein Abschnitt mit immer mehr Steinen und schließlich einer niedrigen Steilküste an. Wer vom Camping Meeschendorf  (Inselcamp) aus gut 1,5 km Richtung Staberhuk-Leuchtturm wandert, gelangt zu dieser Felsenküste. Hier markieren große Findlinge im Wasser und Tangfelder den Übergang vom Sand- ins Steinriff-Revier. Ein markanter Orientierungspunkt ist der rot-weiße Leuchtturm Staberhuk selbst – kurz davor liegt der Spot.
Charakter: Sehr strukturreicher Untergrund mit vielen großen Steinen, teils meterhohem Blasentang und kleinen Plateaus. Das Wasser wird schneller tief (2–4 m Tiefe schon nah am Ufer) und steigt weiter auf 6–15 m Tiefe vor Staberhuk an. Durch die Steine ist das Angeln etwas hängerträchtig, aber die gleichen Strukturen ziehen Raubfische magisch an. Strömung: Am Kap Staberhuk selbst spürt man je nach Wind leichte Strömungen rund um die Landspitze, allerdings nicht so stark wie in engen Sund-Bereichen. Leichter Drift kann sogar gut sein, sie bringt sauerstoffreiches Wasser und Nahrung.
Zielfische & Fangerfahrungen: Dies ist mein Lieblingsspot für Meerforelle. Im März und April, wenn das Wasser noch kühl ist, patrouillieren Meerforellen hier entlang der Tangzonen. Kurz nach Sonnenaufgang habe ich an diesem Abschnitt schon tolle Fische gefangen – blanke Frühjahrs-Meerforellen von 50–60 cm, die auf kupferrote Küstenwobbler bissen. Ein Morgen blieb mir unvergesslich: Nebel lag über dem Wasser, als in der Dämmerung eine 58er Meerforelle meinen 22 g Blinker attackierte. Nach aufregendem Drill glitt ein silberner „Ostsee-Torpedo“ in meinen Kescher. Solche Momente entschädigen für so manche Schneidertage! Neben Meerforellen trifft man hier auch auf Dorsch vom Ufer – vor allem in den Abendstunden. In lauen Sommernächten sind kleinere Dorsche oft überraschend flach zwischen den Steinen unterwegs. Tatsächlich gilt Staberhuk als einer der wenigen Küstenspots Fehmarns, wo man regelmäßig Dorsche vom Strand fangen kann. Persönlich fing ich hier meinen größten Uferdorsch: 61 cm, gefangen um Mitternacht im August auf einen mit Seeringelwurm beköderten Buttlöffel. Apropos Buttlöffel (ein Küstenblech mit kurzem Vorfach): Damit habe ich an diesem Spot sowohl Dorsche als auch Plattfische erwischt – letzteres vor allem im Frühherbst, wenn Schollen auch mal ins Kiesige ziehen. Und noch eine Überraschung: Makrelen. Ja, tatsächlich! In einem sehr warmen Spätsommer (Wassertemperatur ~18 °C) habe ich an der Staberhuk-Kante in der Dämmerung ein kleines Makrelentrüppchen beobachtet, das Kleinfische jagte. Eine schnappte sich prompt meinen Meerforellenblinker – eine 30er Makrele vom Ufer, auf Fehmarn eher Glückssache, aber es zeigt: In dieser Ecke ist alles möglich.

Beste Zeiten: Für Meerforelle eindeutig Morgen- und Abenddämmerung. Im ersten Licht des Tages sind die „Silberbarren“ am aktivsten, besonders im zeitigen Frühjahr und im Spätherbst (September/Oktober). Bei bewölktem Himmel auch mal bis in den Vormittag hinein. Dorsche fängt man eher spätabends bis nachts – oft ab 1–2 Stunden nach Sonnenuntergang, wenn sie nahe ans Ufer jagen. Ich sitze gern bis Mitternacht oder 1 Uhr früh hier, mit einer Grundrute (Wattwurm auf Grund zwischen den Steinen) und nebenbei werfe ich mit der Spinnrute. Hornhechte trifft man hier ebenfalls (im Mai), aber sie stehen eher über Sand – an Spot #1 sind sie leichter zu kriegen. Was Jahreszeiten betrifft: Die Felsküste fängt im Winter einige der wenigen Meerforellen, die man auf Fehmarn überhaupt noch beangeln kann, wenn vieles andere vereist oder unzugänglich ist. Aber die Top-Monate sind März–Mai und Oktober–November für Meefos, sowie Juni–August für gelegentliche Dorsche.
Besonderheiten: Der Zugang erfordert etwas Trittsicherheit – über steinigen Strand und ggf. eine kurze Kletterpartie an der Böschung. Gutes Schuhwerk ist ratsam. Dank der relativen Abgeschiedenheit ist es hier auch im Sommer ruhiger(kein offizieller Badestrand). Dennoch: Am Wochenende oder an Feiertagen können einige Spinnangler anrücken, denn Staberhuk hat sich herumgesprochen. In der Meerforellen-Saison kann es morgens vorkommen, dass bereits 5–6 Werfer verteilt im Wasser stehen. Daher lohnt es sich, früh da zu sein, um seinen Platz zu haben. Und wenn’s voll ist: ein paar 100 m weiterwandern – die Küste in Richtung Katharinenhof (noch weiter nordöstlich) bietet ähnlich gutes Terrain und oft weniger Anglerdruck.
Fang-Tipp: In der Dämmerung ruhig mal eine Rute mit einem leichten Knicklicht-Pose und Heringsfetzen (ca. 1 m tief angeboten) treiben lassen. Das klingt ungewöhnlich für diese Stelle, brachte mir aber mal einen Bonusfang: einen maßigen Aal im Spätsommer, der sich den Köderfisch schnappte. Zwischen den Steinen schlängeln nämlich nachts auch Aale umher – eine willkommene Beute für den Räucherofen.
3. Hornhecht und Sommerfisch – Action in der Meeschendorf-Bucht
Lage: Dies ist kein einzelner Punkt, sondern die offene Meeschendorf-Bucht selbst, die sich westlich des Campingplatzes bis Richtung Wulfen zieht. Im Zentrum der Bucht liegt ein Feld festinstallierter Pfähle (eine ehemalige Badeplattform-Verankerung) – dort in der Umgebung und generell im freien Wasser der Bucht tummeln sich im Frühjahr und Sommer oberflächennahe Räuber.
Charakter: Weites, freies Wasser mit Sandgrund und wenig Struktur, dafür aber oft Schwärme von Kleinfischen (Stinte, Sprotten). Kaum Hängergefahr, da fast kein Bewuchs. Die Tiefe in der Bucht beträgt 2–4 m; weiter draußen zum Fehmarnsund hin wird es tiefer, aber als Uferangler konzentriert man sich auf den Nahbereich. Hier spielt Strömungkaum eine Rolle – die Bucht ist relativ geschützt. Nur starker Ost- oder Westwind kann leichte Wasserbewegung quer durch die Bucht erzeugen.
Zielfische & Fangerfahrungen: Hornhecht! Die Monate Mai und Juni stehen ganz im Zeichen dieser schnabelartigen Silberpfeile. Wenn der Raps blüht, ziehen unzählige Hornhechte zum Laichen an die Küsten, und Meeschendorf bildet da keine Ausnahme. In windstillen Mai-Abenden habe ich an einem einzigen Spot standortreu 10–15 Hornhechte fangen können – ein Spektakel, wenn die schlanken Fische an der leichten Spinnrute durch die Luft springen. Die beste Methode war oft ein Sbirolino mit 1,5 m Vorfach und kleinem Hornhecht-Streamermaterial (oder einfach ein Stückchen weißes Gummischlauch auf dem Haken). Auch Wobbler oder Meerforellenblinker (schlank, 16 g) werden aggressiv attackiert. Größere Exemplare bis 80 cm sind keine Seltenheit – da kommt richtig Bewegung ins Wasser! Ein Beispiel aus meinem Fangbuch: Am 10. Mai vor zwei Jahren landete ich in 2 Stunden 11 Hornhechte (alle um 70 cm), indem ich einen durchsichtigen 20 g Sbirolino mit einem roten Streamer knapp unter der Oberfläche einzog. Fast jeder Wurf ein Treffer – man sieht die Hornhechte oft in Gruppen dem Köder nachjagen.

Neben Hornhecht habe ich in der Meeschendorf-Bucht auch Meeräschen beobachten können (im Hochsommer in der Flachzone – schwierige Angelei, da sie kaum beißen) und, wie erwähnt, gelegentlich Makrelen. Letztere sind eine Rarität vom Ufer, aber im Spätsommer 2020 passierte mir Folgendes: Kurz nach Sonnenuntergang, spiegelglatte See – plötzlich Raubfisch-Geräusche an der Oberfläche. Ich warf reflexartig einen 18 g Heringsjäger-Blinker in den Trubel und – zack – hing eine kleine Makrele. Insgesamt fing ich in jener Augustnacht drei Makrelen knapp über 30 cm. Vermutlich Einzelfälle, aber es zeigt, dass die Bucht bei warmem Wasser durchaus Überraschungen bereithält. Häufiger sind da schon Meerforellen im Sommer in der Nacht: Im Juli/August, wenn das Oberflächenwasser warm wird, ziehen sich einige Meerforellen in tiefere Bereiche zurück, kommen aber nachts zum Ufer fressen. Mir ging hier einmal im Juli um 23 Uhr eine 51er Meerforelle an einen eingesetzten Wattwurm an der Pose – ein völlig unverhoffter Fang beim eigentlichen Aalansitz.
Beste Zeiten: Hornhecht – klarer Fall: Mai bis Anfang Juni, ganztägig möglich, aber Mittags bis früher Abend oft am besten (Hornhechte mögen Sonne und wärmeres Flachwasser). Bei leichter Brise und Sonne sieht man die Hornis regelrecht am Oberflächen treiben. Makrele (wenn überhaupt) Ende Juli/August, vorzugsweise später Abend, wenn sie ins Flache jagen. Sommer-Meerforelle und Aal: tiefste Nacht, 22–02 Uhr, wenn das Wasser sich etwas abkühlt. Grundsätzlich ist im Hochsommer das Nachtangeln in der Bucht erfolgversprechender, während die Vormittage eher flaue Phase sind (außer bei Hornhecht im Mai, da kann es auch morgens krachen).
Besonderheiten: Da dieser Bereich kein offizieller Hotspot wie Staberhuk ist, hat man oft viel Platz. Allerdings ist genau hier (westlich vom Camping) auch eine Hundeauslaufzone am Strand – am frühen Abend tollen oft noch Hunde im Wasser. Daher angle ich auf Hornhecht meist etwas weiter draußen (mit Wathose oder von einem der Pfähle kletternd) oder warte bis die Vierbeiner weg sind. Für Nachtansitze sollte man beachten, dass der Parkplatz am Meeschendorf Strand offiziell von 22 Uhr bis 6 Uhr gesperrt ist. Ich stelle mein Auto dann etwas vorher außerhalb ab, um kein Knöllchen zu riskieren, und laufe ein paar Minuten extra.
Noch ein Tipp: In klaren Sommernächten kann man in der flachen Bucht wunderbar Meerforellen leuchtschauern (mit starker Lampe Fische im Flachen suchen). Ich habe dabei schon wunderschöne, große Meerforellen dicht unter Land gesehen – ansprechen tun sie dann zwar selten, aber es ist ein Erlebnis für sich.
Nach diesen drei Ufer-Spots, die ich persönlich immer wieder gerne befische, wechseln wir nun die Perspektive: vom Ufer aufs Boot. Denn Meeschendorf und die Umgebung vom Inselcamp bieten auch vom Wasser aus großartige Möglichkeiten – vorausgesetzt, man ist richtig ausgerüstet und vorbereitet.
Angeln vom Boot vor Fehmarn: FanggrĂĽnde, Tourenplanung und AusrĂĽstung
Vom Boot aus eröffnen sich vor Fehmarn noch mehr Optionen – man erreicht einfach Spots, die vom Ufer unerreichbar bleiben. Dennoch muss man kein weites Abenteuer auf hoher See planen: Rund um Meeschendorf und den Fehmarnsund warten schon in Küstennähe erstklassige Fanggründe. Ich selbst habe sowohl mit kleinen Motorbooten als auch als Gast auf Kuttern vor Fehmarn geangelt. Hier konzentriere ich mich auf das Kleinbootangeln ab Burgtiefe (dem nächsten Hafen zu Meeschendorf) und gebe Tipps, welche Stellen lohnen, wie lange man dafür unterwegs ist und was man an Bord dabei haben sollte.

Beliebte FanggrĂĽnde vor Meeschendorf und im Fehmarnsund
Schon wenige hundert Meter vor der Küste beginnen interessante Reviere. Ein großer Vorteil Fehmarns: Man findet selbst bei Wind immer eine geschützte Ecke, die man mit kleinem Motorboot sicher befischen kann – oft muss man gar nicht weit hinausfahren, um Fische zu fangen. Aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen: Einige meiner besten Boots-Fänge gelangen in Sichtweite der Strandurlauber.
Spot A – Plattfisch- und Dorschgrund vor Meeschendorf
Südlich vor Meeschendorf erstreckt sich ein breiter Unterwasserbereich mit 8–14 m Wassertiefe, wo sandige und steinige Flächen ein Mosaik bilden. Laut Gewässerkarte gibt es dort mehrere Sandbänke unterbrochen von Rinnen und kleineren Riffen. Entfernung/Dauer: Von Burgtiefe (Yachthafen) sind es ca. 3–4 km Fahrt nach Osten bis in dieses Gebiet – mit einem führerscheinfreien Boot (15 PS, ~20 km/h) schafft man das in etwa 15–20 Minuten. Fische: Vor allem Plattfische tummeln sich hier in großer Zahl – Schollen, Flundern und insbesondere Klieschen (eine Plattfischart, die im Sand zu finden ist) sind häufig. Ich habe an diesem Spot schon ganze Schollen-Trios an einem Vorfach hochgeholt, so gut beißen sie bei richtigem Driften. Man kann die Bänke driftend beangeln: einfach Boot treiben lassen und an der Kante entlang schleppen oder mit Naturköder-Grundmontage leicht schleifen (funktioniert bei wenig Hängern gut und deckt Fläche ab). Neben Plattfischen beißen hier auch Dorsche – insbesondere entlang der steinigeren Abschnitte konnte ich bei 8–12 m Tiefe schon schöne Dorsche bis 60 cm landen. Im Frühjahr hatte ich mal den Fall, dass beim Plattfischangeln an fast jedem Wurm ein Dorsch hing (meist 45–50 cm) – da war offenbar ein ganzer Trupp unterwegs. Die optimalen Bedingungen hier: leichter driftender Wind (damit man langsam über Grund treibt) und bedeckter Himmel für Dorsch, bzw. sonnig für Scholle (Schollen mögen Licht und beißen tagsüber gut). Da das Revier recht groß ist, kann man ruhig etwas umherfahren. Tipp: Die gelb-schwarze Untiefentonne Meeschendorf (auf Seekarten verzeichnet) markiert einen Teil dieses Gebietes – in ihrer Umgebung lohnt es sich immer, ein paar Würfe zu machen, gerade auch mit Blinkern oder Wobblern auf Dorsch oder Meerforelle (ich habe an der Tonne mal eine 53er Meerforelle beim Schleppen gefangen). Insgesamt ist das Meeschendorf-Plateau ein ausgedehntes Revier für Plattfisch und Dorsch – ideal für Einsteiger, da relativ nah am Hafen und fischreich.
Spot B – Fehmarnsund-Strömungskante (Westliche Sundseite)
Fährt man von Burgtiefe aus nach Südwesten, erreicht man in 2–3 km den Fehmarnsund – die Meerenge zwischen Fehmarn und dem Festland. Kurz bevor die Fehmarnsund-Brücke sichtbar wird, liegt westlich die Mündung zur Orther Bucht. Dort, auf der Westseite des Fehmarnsunds, herrscht oft stärkere Strömung bei Tiefen von 5–7 m. Entfernung/Dauer: ca. 2,5 km ab Hafen, also ~10–15 Min. Bootsfahrt. Fische: Durch die Strömung ist dies ein Hotspot für Schwarmfische – Heringe im Frühjahr und Makrelen im Sommer ziehen hier durch und können in großer Zahl gefangen werden. Mit Hakenpaternoster und Pilker habe ich hier im April schon Körbe voll Hering gefischt. Makrelen sind weniger garantiert, aber in einigen August-Perioden kommen sie in die Ostsee und werden dann genau an dieser Sundkante erwischt (in 2022 konnte ein bekannter Guide dort z.B. mehrere Dutzend Makrelen an einem Tag fangen). Zusätzlich finden sich in den strömungsberuhigten Zonen (zur sundabgewandten Seite hin) großartige Plattfischgründe – der südliche Uferbereich des Sunds ist sandig und liefert prima Schollen und Flundern. Ich verankere mein Boot gern knapp außerhalb der stärksten Strömung und werfe meine Grundmontagen an den Rand – dort haben wir schon richtig gute Schollen gefangen, die offenbar an der Strömungskante Nahrung einsammeln. Im Fehmarnsund selbst ist zudem immer mit einem Dorsch zu rechnen, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden oder wenn die Strömung kippt (Dorsche mögen das Slack Water). Hier sollte man aber die berufliche Schifffahrt im Blick haben – im Sund fahren auch Fischerboote und Charteryachten. Daher immer aufmerksam bleiben und ggf. Platz machen, wenn ein Berufsschiffer kommt.

Spot C – KĂĽstenriff Klausdorf/Katharinenhof
Dieser Spot ist etwas weiter entfernt, kann aber mit einem führerscheinpflichtigen Boot (50–60 PS) in etwa 30 Minuten erreicht werden. Fährt man ab Burgtiefe nach Osten um die Staberhuk-Spitze herum, gelangt man an die Ostküste Fehmarns bei Klausdorf und Katharinenhof (ca. 8–10 km Fahrtstrecke). Dort erwartet einen ein abwechslungsreicher Untergrund mit großen Steinen, Tangfeldern und Muschelbänken bei Tiefen von 8–12 m. Fische: Hier ist Schleppangeln auf Meerforelle und Dorsch äußerst erfolgversprechend. Ich liebe es, dort im Frühling zwei Wobbler hinter dem Boot herzuziehen – oft dauert es keine 10 Minuten, bis die Rute krumm ist (mein allererster Boots-Dorsch biss genau dort an einem 12 cm Tieftaucher-Wobbler, geführt in 6 m Tiefe). Neben Dorschen hatte ich dort Beifänge von Köhlern (Seelachs) beim Schleppen – nichts Gigantisches, aber köstlich im Räucherofen. Außerdem ist das Gebiet ein exzellentes Dorsch-Revier beim Driftfischen: Einfach den Motor aus und mit Gummifisch oder Pilker über Grund hüpfen lassen. Wir haben so Ende September mal quasi überall Dorsch gefangen – egal ob 8 m oder 15 m, an fast jeder Struktur stieg einer ein. Für Plattfischangler sei gesagt: Sandige Taschen gibt es auch hier; an der Grenze Stein/Sand fängt man Klieschen und Flundern. Wer die Strecke nicht scheut, wird hier reich belohnt. Allerdings sollte man bei dieser Tour eine Wetterreserve einplanen – auf offenem Ostssewasser kann Wind ab 4 Bft rasch für ruppige Bedingungen sorgen. Bei idealem Wetter (unter 3 Bft, geringe Wellen) ist es aber eine traumhafte Ausfahrt entlang der Steilküste.
AusrĂĽstung und Sicherheit an Bord
Auf dem Boot ist weniger oft mehr – man hat begrenzten Platz. Bewährt hat sich für mich pro Angler max. 2 Ruten (z.B. eine kräftigere 2,40 m Bootsrute fürs Grundangeln/Pilken und eine Allround-Spinnrute zum Schleppen oder Werfen). Ein Echolot ist Gold wert, um Tiefen und Strukturen zu finden (viele Mietboote haben eins an Bord). Rettungswesten sind Pflicht – Fehmarns Gewässer können tückisch sein, Wettersicherheit geht vor. Ebenso gehört ein kleines Bordwerkzeug dazu (Zange, Messer, Ersatzschere fürs Netz). Ich packe immer eine wasserdichte Tonne mit Wechselsachen und Proviant ein – man weiß nie, ob man nicht doch länger draußen bleibt als geplant. Und für die Fischversorgung: Kühlbox oder Eimer mit Meerwasser bereitstellen, damit der Fang frisch bleibt.
Übrigens: Wer kein eigenes Boot hat, kann auf Fehmarn auch an Kuttertouren teilnehmen. Ab Burgstaaken (etwa 5 km von Meeschendorf) laufen Hochseekutter wie die MS Karoline oder MS Stüben aus. Diese Trips sind oft gesellig und fängig – allerdings eben nicht individuell. Ich persönlich charter lieber ein kleines Boot privat, um selbst über Spot und Dauer zu entscheiden. Doch das ist Geschmackssache; beides hat seinen Reiz.

Bootsverleih in Burgtiefe: Zwei Top-Anbieter, Adressen und Angebote
Wenn man kein eigenes Boot mitbringt, ist Boot mieten angesagt. Auf Fehmarn gibt es mehrere Bootsvermieter – zwei der besten sitzen direkt in Burgtiefe, also ideal für unsere Meeschendorf-Touren. Hier die beiden Anbieter im Porträt:
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Ostsee Charterboote (Burgtiefe, Am Rundsteg) – Dieser Verleiher bietet zahlreiche moderne Motorboote in unterschiedlichen Größen, geeignet für Ausflüge und Angeltouren mit bis zu 6 Personen. Boote ohne Führerschein? Ja, Ostsee Charterboote hat mehrere 15-PS-Boote im Programm (führerscheinfrei). Daneben gibt es sportlichere Boote mit 50 PS und mehr (dafür braucht man den Sportbootführerschein See).
Preise & Angebot: Ein typisches 15-PS-Angelboot für max. 5–6 Personen kostet etwa 150–170 € für 3 Stunden oder ~250–300 € pro Tag (je nach Ausstattung). Die Boote sind meist voll ausgestattet – inklusive Echolot, Anker, Rettungswesten. Man kann auch Angelruten mieten, falls nötig. Kontakt: Ostsee-Charterboote, Am Rundsteg (Yachthafen Burgtiefe), Tel. 0157-58265834. Am besten vorab telefonisch reservieren, besonders in der Hochsaison. -
Neumann Boote (Bootsvermietung Sanner, Burgtiefe, Am Yachthafen 18-20) – Ein alteingesessener Familienbetrieb auf Fehmarn mit robusten, gepflegten Motorbooten. Boote: Hier bekommt man verschiedene Motorboote für bis zu 8 Personen – die meisten sind ebenfalls ohne Führerschein fahrbar. Besonders beliebt sind die Boote vom Typ Baltica (ca. 15 PS, geräumig für Familien oder Angelgruppen). Neumann bietet aber auch ein schnelles Boot mit 60 PS für erfahrene Skipper. Preise & Angebot: Führerscheinfreie Boote liegen bei ~90 € für 1 Stunde (inkl. Sprit), oder ca. 160–180 € für 3 Stunden. Tagespreise staffeln sich um 250–280 €. Die 60-PS-Boote kosten etwas mehr (z.B. ~165 € für 3 Std). Die Boote sind mit Persenning (Verdeck), Badeleiter und meistens auch einem einfachen Echolot ausgestattet – speziell für Angler ist also alles Nötige an Bord. Kontakt: Neumann/Sanner Bootsvermietung, Menzelweg 10 (Büro) / Station am Yachthafen Burgtiefe 18-20, Tel. 04371-503937 oder Mobil 0177-2468437. Ich empfehle, früh morgens dort zu sein – die Einweisung findet i.d.R. um 7 Uhr statt, sodass man pünktlich zu den Beißzeiten draußen ist.
Wichtig: Beide Anbieter verlangen eine Kaution (meist 150–200 € in bar) und gültige Ausweisdokumente. Je nach Boot natürlich auch den Sportbootführerschein. Ich habe ja einen der größeren Hochseesegelscheine und somit oft auch einen Rabatt auf die Boote, da die Unfallwahrscheinlichkeit als Skipper deutlich sinkt und der Vermieter weniger Risiken hat. Ein kurzer Check der Wetterlage und eine Einführung ins Revier gehören zum Service – dabei erfährt man auch gleich ein paar aktuelle Insider-Spots (die Vermieter sind selbst erfahrene Angler und geben gerne Tipps weiter). Neumann-Boote hat mir z.B. bei meiner ersten Tour verraten, wo aktuell Plattfisch gut geht – solche Hinweise sind Gold wert.
Zusätzlich zu diesen beiden gibt es weitere Bootsverleiher auf Fehmarn (Taro Charterboote in Fehmarnsund, Gitti’s Bootsverleih in Orth etc.). Doch für Meeschendorf-Angler sind Ostsee Charterboote und Neumann/Sanner in Burgtiefe die erste Wahl, einfach wegen der Nähe und Auswahl passender Boote. Beide haben Boote sowohl mit als auch ohne Führerschein im Portfolio, sodass jeder – ob Neuling oder alter Seebär – das Passende findet.
Angler-Treffpunkt Fehmarn: AusrĂĽstung vor Ort, Einkaufstipps und Beratung
Wer ohne große Ausrüstung anreist oder noch etwas braucht, wird auf Fehmarn bestens versorgt: Es gibt zwei gut sortierte Angelgeschäfte auf der Insel. Gerade technikaffine Angler 40+ (unsere Zielgruppe) werden die kompetente Beratung dort schätzen. Hier die wichtigen Adressen und was euch dort erwartet:
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Angel-Hus Fehmarn – Die Anlaufstelle in Burg (Inselhauptstadt) für Angelsport. Adresse: Mühlenstraße 8, 23769 Fehmarn-Burg, Tel. 04371-889931. Das Angel-Hus bietet ein breites Sortiment an Meeres- und Brandungsgerät: von Brandungsruten, Rollen, Vorfächern bis zu Kunstködern und Outdoor-Bekleidung. Besonders hervorzuheben sind die lokalen Spezialitäten: Das Team um Inhaber Torsten entwickelt z.B. eigene Meerforellen-Blinker Designs (siehe „Angelhus Fehmarn Edition“ Köder). Diese sind auf Fehmarns Bedingungen abgestimmt und exklusiv dort erhältlich. Preislich liegt das Angel-Hus im fairen Rahmen – Standard-Kleinteile kosten ähnlich wie online, bei Kunstködern zahlt man ~7–12 € pro Blinker. Köder:Frische Watt- und Seeringelwürmer bekommt man hier in Styroporboxen mit Algen. Ein 25er-Pack Wattwürmer kostet ~10 €, Seeringelwürmer ca. 9 € (für 10 Stück) – Preise können saisonal schwanken. Wichtig: Gerade in Ferienzeiten ist die Nachfrage hoch, daher besser Würmer vorbestellen oder früh morgens abholen.
Beratung: Das Angel-Hus ist bekannt für persönlichen Service – egal ob man Anfänger ist und eine Grundausstattung braucht oder als Profi ein spezielles Vorfach sucht. Ich habe dort schon stundenlang gefachsimpelt und immer gute Tipps bekommen, etwa welche Farbe aktuell bei Hornhecht am besten läuft oder welcher Strand zuletzt gut war. Ein Plus: Sie verkaufen auch Fischereiabgabemarken und Urlauberfischereischeine (siehe nächstes Kapitel), sodass man alles in einem Abwasch erledigen kann. -
Baltic Kölln Fehmarn – Ein weiteres Fachgeschäft, gelegen am Hafen Burgstaaken (Adresse: Am Hafen 50, 23769 Fehmarn-Burgstaaken, Tel. 04371-3151). Baltic Kölln ist traditionsreich und hat neben dem Laden auch einen Online-Shop. Hier findet man viel Terminal Tackle und Meereszubehör – Pilker, Meeresvorfächer, Gummifische, aber auch Brandungsmontagen und Einzelhaken. Ich decke mich dort gerne mit Kleinteilen ein. Außerdem vermietet Baltic Kölln in Heiligenhafen Kutter und kooperiert auf Fehmarn mit Bootsvermietungen (für uns interessant: Sie vermitteln Boote von Neumann in Burgtiefe, was die Professionalität unterstreicht). Preise: Ähnlich wie Angel-Hus, vielleicht minimal günstiger bei einigen Massenartikeln. Das Personal ist ebenfalls sehr hilfsbereit – einmal brauchte ich spontan eine Ersatz-Spitzenrute, man half mir freundlich und empfahl gleich das passende Modell für meine Zwecke.
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Weitere Einkaufsmöglichkeiten: In Burg gibt es zudem ein Kaufhaus (Kaufhaus Stolz) mit einer kleinen Angelabteilung – dort kann man Basics wie Bleie, Haken, Pose auch bekommen, teils günstiger, aber die Auswahl ist begrenzt. Für frischen Köder würde ich stets zu den Fachgeschäften gehen, da hier die Kühlung und Frische sichergestellt ist. Auch Angelgeräte-Automat: Am Hafen Burgtiefe soll Gerüchten zufolge ein Köderautomat hängen, der 24/7 Würmer anbietet – ich selbst habe ihn nicht genutzt, würde aber eher auf die Läden setzen.
Vor-Ort-Verfügbarkeit: Generell bekommt man vor Ort fast alles, was man zum Ostseeangeln braucht. Falls doch etwas Spezielles fehlt (etwa eine bestimmte Rollenersatzspule oder hochwertige Fliegen), kann man online bestellen – Fehmarn hat dank Tourismus gute Paketlogistik, aber meist ist das gar nicht nötig. Ach ja, nicht zu vergessen: Angelverein und Austausch. Es lohnt sich, mal im ALLE ANGELN Community-Feed zu Fehmarn reinzuschauen – dort berichten andere Angler tagesaktuell von Fängen und Erfahrungen, teilweise mit Fotos aus Meeschendorf. Das ersetzt keinen Laden, aber liefert Einblicke, was gerade geht (z.B. wenn viele Meerforellen gemeldet werden, weiß man, dass Saison ist).
Abschließend kann ich sagen: Egal ob Material, Köder oder Tipps – Fehmarn lässt Anglerherzen höher schlagen.Die Kombination aus tollen Naturplätzen und guter Infrastruktur (Läden, Bootsverleih, Guides) macht die Insel so attraktiv für uns Outdoor-Fans mit Anspruch. Man merkt, dass Angeln hier Tradition hat und gefördert wird.

Fischereierlaubnis Schleswig-Holstein: Angelschein, KĂĽstenkarte & digitale Zukunft
Bevor man die Rute schwingt, muss auch in Meeschendorf eines geklärt sein: Habe ich die nötige Angelerlaubnis? In Schleswig-Holstein gilt wie überall eine Fischereischeinpflicht. Wer einen Jahresfischereischein (vom Wohnort) besitzt, ist fein raus – der ist auch an der Ostsee gültig, benötigt wird nur die jährliche Fischereiabgabe-Marke des Landes. Für Gäste ohne Fischereischein gibt es aber den Urlauberfischereischein SH, den man unkompliziert erwerben kann. Hier die wichtigsten Punkte:
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Urlauberfischereischein Schleswig-Holstein: Dieser befristete Angelschein ermöglicht es auch Nicht-Inhabern eines regulären Fischereischeins, in SH auf Fischfang zu gehen. Er kostet 20 € und gilt für 28 aufeinanderfolgende Tage. Eine einmalige Verlängerung um weitere 28 Tage im laufenden Kalenderjahr ist für 10 € möglich. Zusammen mit der staatlichen Fischereiabgabe (derzeit 10 € pro Jahr) kommt man also auf etwa 30 €, um z.B. 4 Wochen auf Fehmarn angeln zu dürfen. Wichtig: Dieser Urlauberfischereischein ist kein Ersatz für den regulären, er kann in SH nur maximal zwei Mal (für zwei Jahre) genutzt werden – danach soll man idealerweise die Fischerprüfung machen. Aber für Urlaubsangler ist er ideal.
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Erwerb des Scheins: Man bekommt den Urlauberfischereischein samt Fischereiabgabe-Marke direkt auf Fehmarn im Bürgerbüro der Stadt Fehmarn (Rathaus in Burg). Alternativ verkaufen auch einige Angelshops und Tourist-Infos die Scheine – am besten vorab telefonisch erfragen. Seit neuestem geht es sogar online: Über das Serviceportal Schleswig-Holstein kann man den Urlauberfischereischein inzwischen bequem digital beantragen und bezahlen. Das habe ich dieses Jahr erstmals ausprobiert – hat gut funktioniert; man erhält einen Download/Beleg, den man ausdrucken oder digital auf dem Handy mitführen kann. Trotzdem schadet es nicht, zusätzlich einen Ausdruck dabeizuhaben, falls mal Kontrolle ist.
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Küstenangelkarte? In Schleswig-Holstein braucht man fürs Meeresangeln keine extra Angelkarte. Die Ostsee und Bodengewässer sind frei beangelbar, sofern man den Fischereischein + die Fischereiabgabe hat. Das ist anders als in einigen anderen Bundesländern, wo man z.B. Küstenkarten kaufen muss. Nur für Binnengewässer (Seen, Binnenseen auf Fehmarn etc.) bräuchte man ggf. separate Erlaubnisscheine – aber das ist für uns Meeresangler hier nicht relevant.
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Schonzeiten und Mindestmaße: Natürlich gelten die gesetzlichen Bestimmungen in SH. Meerforellen müssen z.B. 40 cm sein (Schonzeit 01.10.–31.12.), Dorsch 38 cm (Fanglimit beachten: aktuell 5 Dorsche pro Tag, in Feb/März nur 3). Plattfische (Scholle/Flunder) 25 cm, Aale 45 cm etc. Die genauen Regeln findet man auf Infotafeln oder online. Fehmarn-Angler sind sich dessen bewusst – lieber einmal mehr nachmessen und einen Fisch zurücksetzen, bevor man Ärger riskiert.
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Digitale Zukunft ab 2025/2026: Schleswig-Holstein modernisiert sein Fischereirecht. Ab 01.10.2025 sollen Fischereischeine und Abgabemarken in einem digitalen Verfahren ausgestellt werden. Das Land plant, die Gebühren dabei etwas zu erhöhen: Ab 01.01.2026 beträgt die Fischereiabgabe 20 € pro Jahr (bei Online-Kauf) statt bisher 10 €. Für den Urlauberfischereischein ändert sich ebenfalls die Preisstruktur – er soll ab 2026 online 38 € kosten (inkl. Abgabe) und wenn man ihn vor Ort physisch beantragt, sogar 50 €. Diese Änderungen stehen unter dem Vorbehalt, dass das Landesfischereigesetz rechtzeitig angepasst wird, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch (Stand: Juli 2025, die Infos wurden zuletzt am 03.07.2025 aktualisiert). Praktisch bedeutet das: Ab 2026 kann man vermutlich alles online erledigen – den Urlauberschein digital beantragen und bezahlen, den Nachweis elektronisch mitführen. Schleswig-Holstein arbeitet sogar an einem bundesweit standardisierten Angelschein, der digital beantragbar ist. Für uns Angler klingt das vielversprechend – keine Rennerei mehr zum Amt, sondern in Ruhe von zuhause oder vom Ferienhaus aus die Unterlagen besorgen. Allerdings steigen eben auch die Kosten, was kontrovers diskutiert wird. Bis dahin gilt: 2025 kann man noch zum alten Tarif angeln, also für 20+10 € pro Jahr (Urlauberschein + Abgabe).
Fazit zum Papierkram: Lasst Euch von den Formalitäten nicht abschrecken – Schleswig-Holstein hat es vergleichsweise einfach gemacht, legal zu angeln. Einmal den Urlauberschein gelöst, steht eurem Angelglück in Meeschendorf nichts mehr im Wege. Haltet den Schein und den Personalausweis griffbereit (Kontrollen an der Küste sind selten, aber es gibt Fischereiaufseher auf Fehmarn). Und denkt dran: Auch mit Schein gilt die Entnahme gerechtfertigt nur für den Eigenbedarf und waidgerechtes Verhalten. Sprich: Fang nur, was Du verwerten willst, und geh achtsam mit der Ressource um.
FĂĽr die „echten“ Angler gilt: Mit Deinem Fischereischein (egal aus welchem Bundesland) und der Fischereiabgabe fĂĽr Schleswig Holstein (ich habe fĂĽr 11,50€ bei Angelhus Fehmarn gekauft) kannst Du im Meer angeln.

Persönliches Fazit: Meer, Natur und Familie – warum Meeschendorf mehr ist als nur Angeln
Zum Abschluss möchte ich noch einen persönlichen Blick auf das werfen, was Angeln in Meeschendorf für mich bedeutet. Natürlich stehen die Fische und Fangabenteuer im Vordergrund – aber da ist noch mehr. Wenn ich in den frühen Morgenstunden mit meiner Wathose im Wasser stehe und die Sonne blutrot über der Ostsee aufgeht, spüre ich eine tiefe Verbindung zur Natur. Die Technik – vom hochwertigen Gerät bis zur Wetter-App – hilft zwar beim Erfolg, doch zugleich lehrt mich jeder Ansitz Demut: Gegen Wind, Wellen und den Willen der Fische kommt kein Hightech an. Das Wesentliche beim Angeln hier ist die Einfachheit: das Rauschen der Brandung, der Ruf der Möwen und die gespannte Erwartung, ob der nächste Biss kommt.
Meeschendorf hat für mich auch eine familäre Komponente. Oft ist meine Familie mit von der Partie – meine Frau genießt den Strand, während ich ein paar Meter weiter draußen werfe. Meine Kinder haben in Meeschendorf ihre ersten Fischerfahrungen gesammelt: Vom Buttbuddeln (mit der Schaufel im Sand nach Würmern suchen) bis zum Staunen, als Papa einen Hornhecht präsentiert hat. Diese Kombination aus Urlaub mit Familie und leidenschaftlichem Hobby ist es, was Pedal & Perspektive – unser Blog – ja auch im Namen trägt: Man verbindet Outdoor-Aktivitäten (sei es Radfahren – Pedal – oder eben Angeln) mit neuen Blickwinkeln (Perspektive) auf Natur und Umwelt.
Gerade technikaffine Outdoor-Fans in meinem Alter (40+) finden in Meeschendorf eine tolle Balance: Man kann seine Drohne für Luftaufnahmen vom Küstenstreifen fliegen lassen, parallel mit dem Echolot interessante Spots auskundschaften – und trotzdem ist man „offline“ genug, um völlig zu entspannen. Ich erinnere mich an einen Abend, als ich mit meinem Sohn am Feuer am Strand saß, zwei Ruten draußen auf Aal. Wir haben über Sternbilder gesprochen, während hinter uns leise das LED-Bissanzeigerlicht blinkte. Kein Handy weit und breit, nur wir, die Natur und ab und zu ein zappelnder Fisch. Diese Erlebnisse sind unbezahlbar.
Meeschendorf auf Fehmarn mag auf der Landkarte nur ein kleiner Küstenabschnitt sein, doch für mich ist es ein großer Schatz. Hier treffen praxisnahes Angeln und Genuss der Natur aufeinander. Ich hoffe, mein Bericht konnte Euch inspirieren und mit nützlichen Tipps versorgen. Vielleicht sieht man sich ja mal am Strand von Meeschendorf – beim Fische fangen oder einfach beim Teilen der Freude an Outdoor und Familie. In diesem Sinne: Petri Heil und bis zur nächsten Perspektive!
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