Die richtige Luftpumpe fürs Fahrrad kaufen

Im Prinzip gibt es kein Richtig und kein Falsch, es darum geht, eine Fahrradpumpe zu kaufen. Es kommt immer darauf an, welchen Reifen du fährst und für welchen Zweck du die Luftpumpe nutzen willst.

Luftpumpe Fahrrad Vergleich

Es gibt die etwas größeren, sperrigeren Luftpumpen, bekannt als Fußpumpe oder Standpumpe, die eher für den Gebrauch im Haus bei der Wartung und Pflege deines Rades gedacht sind. Für unterwegs haben sich die kleineren Handpumpen bewährt, um den Druck im Reifen zu justieren. Diese sind allerdings bei einem Platten schnell überfordert und verlangen von dir viel Arbeit, muss der Reifen vollständig aufgefüllt werden. Alternativ werden für die Reifenpanne CO₂-Gaskartuschen angeboten, die naturgemäß nur einmal verwendet werden können. Außerdem gibt es luxuriöse, elektrische Luftpumpen. Diese besitzen einen eigenen Akku, können mitunter aber auch an die Batterie eines E-Bikes angeschlossen werden. Welche Fahrradpumpe für welche Zwecke ideal ist, beleuchte ich in diesem Ratgeber zum Kauf einer Luftpumpe fürs Fahrrad.

 

Fahrradpumpen: Welche Modelle sich für deine Zwecke eignen

Eine Fahrradpumpe ist ein unverzichtbares Zubehör. Es gibt vier Arten von Luftpumpen fürs Rad, mit denen du den optimalen Reifendruck herstellen kannst:

  • Handpumpen
  • Fußpumpen / Standpumpen
  • CO₂-Gaskartuschen
  • elektrische Luftpumpen

Sie sind alle sehr nützlich, alle füllen deine Fahrradreifen mit Luft, aber sie decken nicht die gleichen Bedürfnisse ab. Generell gilt, wähle deine Fahrradpumpe nach drei Kriterien aus:

  • nach dem Verwendungszweck (schnelles Aufpumpen des Reifens nach einer Fahrt, Verändern des Reifendrucks beim Wechsel in ein anderes Gelände oder Reparatur am Straßenrand)
  • nach der Art des Fahrrads bzw. des Fahrradreifens.
  • nach der Bauart des vorhandenen Ventils.

Wer ernsthaft Radsport betreibt, besitzt meist mehr als ein Rad. In der Folge kommt es häufig vor, dass die aufgezogenen Reifen unterschiedliche Ventile aufweisen. Achte unbedingt darauf, dass die Luftpumpe auch auf den Ventiltyp passt, der in deinen Reifen montiert ist. Einige Fahrradpumpen besitzen den Vorzug, gleich für mehrere Ventile nutzbar zu sein, was dir den Kauf einer zweiten oder dritten Luftpumpe erspart. Die bei Fahrradreifen verwendeten Ventile sind:

  • das einfache klassische Fahrradventil, auch als Dunlop- sowie Blitz-Ventil bekannt. (Felgenbohrung 8,5 mm)
  • das schlanke sogenannte französische Ventil, auch Sclaverand- oder Presta-Ventil genannt. (Felgenbohrung 6,5 mm)
  • und das robuste Autoventil, welches auch unter der Bezeichnung Schrader-Ventil geläufig ist. (Felgenbohrung 8,5 mm)

Fahrradpumpe Vergleich

 

Luftpumpen fürs Fahrrad: Bauarten – Vorzüge – Nachteile

Wozu brauchen wir eine Fahrradpumpe? Um einen Reifen aufzupumpen, versteht sich! Das stimmt, aber nicht jede Luftpumpe deckt die gleichen Bedürfnisse ab. Vielleicht musst du nur den Reifen nach einer Fahrt ein wenig aufpumpen, vielleicht musst du aber auch einen platten Reifen weit weg von zu Hause vollständig mit Luft füllen. Welche Art Luftpumpe für welche Zwecke optimal geeignet ist, liest du hier.

Fußpumpen und Standpumpen für große Luftmengen

Entscheidest du dich für eine Standpumpe oder ein kompaktes Fußpumpenmodell, kannst du die Reifen schneller und bequemer aufpumpen. Der größere und vor allem längere Zylinder erlaubt es, mit einem Hub deutlich mehr Luft in den Reifen zu pumpen als mit einer Handpumpe. Zudem pumpen diese Luftpumpen in der Regel mit einem höheren Druck als Handpumpen, erfordern zeitgleich aber weniger Kraftaufwand. Es gibt zwei Arten von Standpumpen. Die normale Version fördert Luft in den Reifen, sobald du den Pumpenschwengel nach unten drückst. Es gibt zudem Modelle mit einem Doppelkammersystem, bei denen Luft sowohl bei der Abwärts- als auch bei der Aufwärtsbewegung gepumpt wird. Generell sind Standpumpen und Fußpumpen mit einem Manometer ausgestattet, sodass du die Reifen deines Fahrrades mit einem präzisen Druck befüllen kannst. Am Ausgang des Pumpenzylinders ist bei diesen Modellen ein Schlauch befestigt, über welchen sich die Reifen mit Luft befüllen lassen. Deshalb kann bei Standpunkten fast immer der Ventilkopf ausgetauscht werden, sodass sich alle Arten von Ventilen anschließen lassen. Bei Standpumpen spielt das Gewicht eine untergeordnete Rolle, weil diese Luftpumpen zu Hause eingesetzt werden. Die Erfahrung zeigt, dass vor allem die robusten Modelle mit schwerem Fuß über viele Jahre klaglos ihren Dienst verrichten.

Vorzüge:

  • große Luftmengen
  • geringer Kraftaufwand
  • alle Ventilarten lassen sich anschließen
  • mit Manometer
  • überaus robust

Nachteile:

  • In der Anschaffung kostenaufwendig
  • groß, schwer und sperrig
  • selten für den Transport am Fahrrad geeignet

Tipp: Der Druckmesser ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Bei den heutigen Hightech-Rennradreifen muss man ziemlich genau wissen, mit welchem Druck man fährt. Diese Manometer gibt es in verschiedenen Größen, einige sind oben, andere unten angebracht. Manchmal haben sie auch einen Zeiger, der bei der Wahl des Drucks hilft. Bei den Schläuchen gilt: Je länger der Schlauch, desto besser, da lange Schläuche mehr Flexibilität und Komfort beim Aufpumpen der Reifen bieten.

CO₂-Kartuschen als Ersatz für die Fahrradpumpe

CO₂-Kartuschen sind für Reparatur des Fahrrads während einer Fahrt bei einem platten Reifen eine komfortable Lösung. Allerdings kann es passieren, dass eine Kartusche nicht ausreicht, um einen Reifen vollständig zu füllen. Dann muss eine zweite Kartusche genutzt werden, die aber zumeist nicht vollständig aufgebraucht wird. Zudem ist es generell deutlich schwieriger, den richtigen Reifendruck zu erreichen. Verlangt ein Reifen einen Druck von mehr als 10 bar, was vor allem bei einigen Pneu für Mountainbikes der Fall ist, sind Kartuschen ungeeignet, weil dieser Druck kaum erreichbar ist.

Vorzüge:

  • Kartuschen sind überaus leicht
  • sie lassen sich bequem in der Trikottasche mitführen
  • beim Aufpumpen des Reifens ist keine Kraftanstrengung notwendig

Nachteile:

  • der ideale Reifendruck ist mit einer Kartusche schwer zu erreichen
  • bei Reifen mit großem Volumen ist mehr als eine Kartusche notwendig
  • wird ein hoher Reifendruck benötigt, sind Kartuschen ungeeignet
  • mit dem Einsatz einer CO₂-Kartusche ist die Fahrradtour nicht mehr klimaneutral

Die Handpumpe am Fahrrad für unterwegs

Diese kleinen, kompakten Luftpumpen lassen sich leicht in einer Tasche am Rahmen des Fahrrads oder in der Trikottasche transportieren. Was die Präzision betrifft, so verfügen einige Handpumpen über ein Manometer, sodass sich Reifen mit einem vorgewählten Druck recht exakt befüllen lassen. Die meisten Modelle stoßen an ihre Grenzen, muss ein platter Reifen vollständig mit Luft befüllt werden. Dies ist zur Not möglich, ist aber in der Regel mit einer großen körperlichen Anstrengung und einem höheren Zeitaufwand verbunden. Zum Justieren des Luftdrucks sind die Handpumpen ideal, beispielsweise wenn bei einer Mountainbike-Tour zuvor weicher Waldboden befahren wurde und nun ein Streckenabschnitt durch felsiges Gebirge folgt.

Vorzüge:

  • kompakt und leicht
  • in der Regel preiswert in der Anschaffung
  • auch mit Manometer erhältlich

Nachteile:

  • kaum geeignet, werden größere Luftmengen benötigt

Elektropumpen fürs Fahrrad

Mit einer elektrischen Fahrradluftpumpe lässt sich der Reifen in Sekundenschnelle und absolut mühelos aufpumpen. Diese Luftpumpen sind nahezu unersetzlich, fährst du mit einem schlauchlosen Reifen. Bei diesem Reifentyp ist es ungemein wichtig, dass ab dem ersten Luftstoß das Volumen kraftvoll aufgepumpt wird. Nur dann sitzt der schlauchlose Reifen so dicht auf der Felge, dass er unterwegs keine Luft verliert.

Es gibt elektrische Luftpumpen für Fahrräder, die als mobile Modelle mit einem Akku ausgestattet sind. Sportliche Radfahrer werden darauf gerne verzichten, denn diese Geräte sind durch die Batterie ungemein schwer. Für E-Bikes werden Luftpumpen angeboten, die sich problemlos an die Batterie des Fahrrades anschließen lassen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass der E-Motor deutlich an Reichweite einbüßt.

Vorzüge:

  • Reifen ist in Sekundenschnelle befüllt
  • müheloses Arbeiten
  • Pflicht bei schlauchlosen Reifen

Nachteile:

  • sehr kostspielig in der Anschaffung
  • hohes Gewicht bei Modellen mit Akku
  • es besteht die Gefahr, dass der Reifen zu stark aufgepumpt wird

Tipp: Eine Elektropumpe ist besonders nützlich, wenn du schlauchlose Fahrradreifen aufziehen willst. Das Aufziehen eines schlauchlosen Reifens erfordert einen sofortigen Luftstoß, mehr als die typische Handpumpe oder eine normale Standpumpe liefern können. Dieser Luftstoß sorgt dafür, dass sich der Reifen in Sekundenbruchteilen gleichmäßig auf die Felge ausdehnt. Wenn du zu Hause keine elektrische Pumpe hast, solltest du für diese Arbeit einen Fahrradladen aufsuchen, um den Reifen dort mit einer elektrischen Pumpe füllen zu lassen. Das macht einen großen Unterschied.

 

 

Welchen Druck benötigen die Reifen am Fahrrad?

Auf den Reifen des Fahrrads ist wahrscheinlich ein PSI-Wert aufgedruckt oder eingestempelt. Nimm diese Empfehlung des Herstellers ernst. Fährst du mit einem zu niedrigen Druck, besteht die Gefahr, dass der Reifen walkt und vorzeitig verschleißt. Ist der Druck zu hoch, riskierst du, dass der Reifen an einem scheinbar harmlosen Gegenstand zerplatzt. Außerdem wird der Reifen einseitig nur in der Mitte abgefahren und muss frühzeitig ausgetauscht werden.

Im Allgemeinen gilt: Je niedriger der Luftdruck innerhalb des empfohlenen Bereichs ist, desto ruhiger ist die Fahrt. Je höher der Luftdruck, desto härter die Fahrt – aber unter vielen Bedingungen auch schneller. Während der Geschwindigkeitsunterschied marginal sein mag, kann der Komfortunterschied beträchtlich sein.

Für Straßen- und Triathlon-Räder: 90 bis 120 PSI sind normalerweise richtig. Niedriger, wenn du mit 25-mm-Reifen fahren willst. Höher, wenn du eher 23 mm bevorzugst. Das sind die beiden gängigsten Reifenbreiten. Die andere Variable neben der Breite ist, ob du mit einem Drahtreifen oder Schlauchreifen unterwegs bist. Im Allgemeinen können Schlauchreifen mit etwas weniger Druck gefahren werden.

Für Hybrid- und Pendlerfahrräder: 35 PSI bis hin zu 70 PSI ist ein geeigneter Bereich. Die Breite des Reifens macht den Unterschied aus.

Für Gravel Bikes (mit einem Rennradrahmen): 60 bis 75 PSI werden empfohlen, vorausgesetzt, die Reifen haben eine Breite von 28-35 mm. Je höher der Luftdruck, desto mehr Vibrationen sind auf Schotterwegen zu spüren. Wird der Druck reduziert, fährst du ruhiger, und die Reifen neigen weniger zu Pannen, wie es bei vielen Rennrad- oder Triathlon-Reifen der Fall ist.

Für Mountainbikes oder Jugendräder: 25 bis 40 PSI werden empfohlen. Wenn du in extrem unwegsamem Gelände unterwegs ist, sollten maximal 35 PSI ausreichen.

Fahrradpumpe Fahrradreifen aufpumpen

 

Schlussgedanken zum Thema: Luftpumpe fürs Fahrrad kaufen

Vergiss niemals, deine Fahrradreifen früh und oft aufzupumpen. Es ist durchaus möglich, dass Fahrradreifen von einem Tag auf den anderen Luft verlieren. Uns ist es schon passiert, dass unsere Reifen über Nacht, nach einem Temperatursturz oder nach einer langen Fahrt deutlich an Druck verloren haben. Kaufe eine gute Fahrradpumpe, und machen sie zum festen Bestandteil deines Bordgepäcks.