Kolumne: Die Radrennbahn in Merseburg

Die historische Radrennbahn in Merseburg
Die historische Radrennbahn in Merseburg

Die Radrennbahn in Merseburg gehört zu den wenigen Bahnen in Deutschland, die ĂŒberhaupt noch existieren. Die 375 Meter lange Bahn ist offiziell stillgelegt. In ihrer Mitte findet nur noch das Training des örtlichen Fußballvereins statt. Das soll sich Ă€ndern.

Heute hatte ich die Chance, endlich mal die Radrennbahn in Merseburg – dem Ort in dem ich wohne – dann zu besuchen, als gerade Fußballtraining stattfand. Dadurch konnte ich die Bahn aus der NĂ€he betrachten. Nun wohne ich bereits acht Jahre in Merseburg und hatte schon lĂ€ngst Lust darauf, die 375 Meter mal zu befahren. Mir wurde aber immer gesagt die Bahn sei kaputt. Sie wĂŒrde unfahrbar sein und ist seit Jahren geschlossen.

Geschlossen ist die Radrennbahn wirklich. Stillgelegt!

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Kaputt ist sie jedoch nicht. Meine Runden drehte ich heute mit dem Liegerad. NatĂŒrlich ist die Bahn verschmutzt. Sie braucht Zuwendung in form der Borsten eines Besens. Klar, es gibt ein paar Wellen. Dennoch hat sie weder Löcher, noch Rillen. Sie fĂ€hrt sich vergleichsweise angenehm.

Merseburg hat derzeit keinen Radsport-Verein. Also keinen, der wirklich aktiv mit dem Fahrrad sportlich unterwegs ist. Wir haben Sportvereine, Fußballvereine, Ringervereine etc. aber keinen fĂŒrs Bike. Triathlon gibt es, jedoch gefĂŒhlt mit dem Fokus aufs Laufen und Schwimmen. Ich jedenfalls konnte mich als Radfahrer nicht sinnvoll integrieren. Leider.

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Nachdem ich auf Facebook die Tage „Maik“ kennenlernte, haben wir gemeinsam die Bahn aufgesucht. Nun haben wir am 19. Mai 2016 einen Termin beim SV Merseburg 99 im Stadion. Unser gemeinsames Ziel ist es, mit dem Verein ĂŒber die Möglichkeiten zu sprechen, wie die Radrennbahn wieder benutzt werden kann. Ob eventuell sogar der Radsport in den SV Merseburg 99 einziehen könnte. Denn es muss ja nicht immer ein neuer Verein sein, wenn bestehende Strukturen genutzt und erweitert werden könnten.

Hier im Fahrrad Blog möchte ich euch in einer kleinen Kolumne darĂŒber auf dem Laufenden halten, wie es mit der Radrennbahn in Merseburg weitergeht. Ob wir sie in Zukunft aktiv nutzen und pflegen dĂŒrften uvm.

Gerne können sich weitere interessierte Radsportler(innen) melden, gemeinsam mit die Bahn zu befahren etc.

Packen wir es an!

Sportliche GrĂŒĂŸe
Soeren

14 Kommentare zu Kolumne: Die Radrennbahn in Merseburg

  1. Ich finde es klasse das die Bahn noch so gut erhalten ist , und freue mich ĂŒber die Kolumne die die Radrennbahn wider ins GesprĂ€ch bring. Und wie Soeren schon sagt scheint es reges Interesse zu geben die Radrennbahn zu nutzen. Ich wĂŒrde mich freuen wenn da wider mehr möglich wĂ€re und hoffe das es noch Leute aus dem alten Radsport Verein gibt die das lesen und sich zu Wort melden. MFG:Maik H

  2. Als Ur-Merseburger freue ich mich ĂŒber eine eventuelle Wiederbelebung der legendĂ€ren Merseburger Radrenn bahn. Da werden Kindheitserinnerungen wach.

    • Die Bahn muss erhalten bleiben! Wir können uns noch sehr gut an den Sieg Bernhard Ecksteins im Juni 1966 erinnern, als er 2 Runden nach einer Panne aufgeholt hatte. Danach war die Autogrammjagd sehr schwer – ein besonderes Erlebnis.

  3. Hallo Soeren,

    ein großes Lob fĂŒr deine BemĂŒhungen. Der Triathlon Club Merseburg (TCM) besitzt bereits die SchlĂŒsselgewalt fĂŒr die Radrennbahn. Zudem gibt es dort auch eine Radsportabteilung in der du eine Rad-Rennlizenz lösen kannst. Es ist sicher kein Radsportverein im klassischen Sinn aber die Arbeit die dort gemacht wird ist sehr beeindruckend , ein Verein lebt nun mal von aktiven engagierten Mitgliedern. Um so ein Projekt langfristig abzusichern braucht es auch ein aktive Nachwuchsarbeit. Bist du bereit dich in deiner Freizeit um Kinder und Jugendliche zu kĂŒmmern und ein aktives Vereinsleben zu gestalten? Oder geht es dir nur um dein eigenes GlĂŒck mal auf der Bahn ein paar Runden zu drehen? Du siehst also es ist nicht so einfach alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Aber wer soll es machen wenn nicht DU? Am besten die Verantwortlichen nochmal ĂŒber die Internetseite tc-merseburg.de kontaktieren. Da lĂ€sst sich sicher eine Lösung finden.

    Mit sportlichen GrĂŒĂŸen

    • Hallo J.

      vielen Dank fĂŒr die Information, dass der TCM hier bereits die SchlĂŒsselgewalt fĂŒr die Radrennbahn hat. Bisher wusste ich nur, dass die Leute vom SV hier trainieren etc. und deshalb hatte ich gestern die Chance genutzt, mir fĂŒr heute mal einen Termin zu sichern.

      Da ich ja selbst bereits im TCM bin, wenn auch leider seit beginn inaktiv (fand einfach keine Option mich zu integrieren), ist das eine weitere sinnvolle Chance.

      Wie gesagt, mir geht es nicht darum einen Verein zu grĂŒnden. Ich bin aber gerne bereit aktiv in einem Verein mitzuwirken – natĂŒrlich in der Freizeit. Einfach nur die Bahn befahren zu können ist nicht die Hauptmotivation. Dies wĂ€re auch unfair den Leuten gegenĂŒber, die sich bisher um die Pflege des GelĂ€ndes kĂŒmmern.

      Ich bin wirklich fĂŒr GesprĂ€che in Hinsicht auf die Bahn, Vereinsleben etc. offen. Und so langsam scheinen sich auch die Wege dahin zu finden. Herzlichen Dank fĂŒr deinen Kommentar.

      Viele GrĂŒĂŸe
      Soeren

  4. Hallo aus Halle liebe Radsportfreunde,

    als gebĂŒrtiger Merseburger und ehemaliger BUNese erinnere ich mich gern an die vielen Runden, die ich in den 70-iger und Anfang der 80-iger Jahre auf der Bahn drehte. Ich trainierte damals als Kind / Jugendlicher auf der Bahn.
    Nach vielen Jahren habe ich nun wieder meine alte Liebe zum Rennrad entdeckt und wĂŒrde gern mal wieder auf der Bahn fahren.

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

    Guido Friedrich

    • Hallo Guido, ich freue mich eueren Block entdeckt zu haben. Auch ich bin ca 1969 in einem Trainingslager als 15jĂ€hriger auf eurer Bahn gefahren. Damals fĂŒr die BSG Lock Ilmenau. Wenn Ihr da ab und zu fahrt wĂŒrde ich gern mal dazukommen. GrĂŒĂŸe aus ThĂŒringer von Peter Krell

  5. Moin in die Runde!
    Die letzten EintrÀge sind schon etwas Àlter. Somit meine Frage:
    Geht noch was in Merseburg, bezĂŒglich RadrennSport im Velodrom?

    GrĂŒĂŸe toni

    • Hallo Toni,

      da muss ich dich leider enttĂ€uschen. Ich wĂŒrde nach wie vor gerne in diese Richtung etwas bewegen, aber alle bisherigen BemĂŒhungen stießen auf Desinteresse. Egal wo ich war, wurde ich immer vertröstet und an andere Personen verwiesen die dann da und dort um jene Zeit anzutreffen sein sollen. Na ja und am Ende … man will nicht. Es soll scheinbar nur noch eine graue Umrandung fĂŒr den begrasten Trainingsplatz sein.

      Über Pflege, Nutzungsmöglichkeiten etc. kamen gar nicht erst GesprĂ€che zustande. In Ermangelung interessierter Ansprechpartner. Heute mĂŒsste tatsĂ€chlich dann jemand auf mich zukommen. Dann wĂŒrde ich auch super offen reagieren und es erneut aufwĂ€rmen. Von meiner Seite selbst passiert jetzt aber nichts mehr proaktiv.

      Beste GrĂŒĂŸe
      Soeren

  6. Hey, soeren schade das du es aufgegeben hast, gerne wĂŒrde ich es mit deiner Hilfe nochmal probieren, vielleicht lĂ€sst sich ja doch was bewegen…. Lg, Christoph.

  7. Hallo Soeren, hallo Mitleser,
    fuhr selbst auf dieser Bahn aktiv Anfang der 80er fĂŒr Buna Halle-Neustadt mit u.a. Steffen R., Oliver B., Olaf G., (letztere Buna Schkopau), Steffen G. und Jens L. (Mifa Sangerhausen, Jens wurde spĂ€ter Weltmeister und ist heute ein in L bekannter Politiker) sowie einigen anderen.
    Dass es die Bahn gab, war damals eine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Von Neustadt aus sind wir immer mit dem Rad hingefahren. Im Sommer fuhren wir auf der Bahn, im Winter sind wir drumrum gelaufen oder gefahren (je nach Altersklasse). Daneben gab es noch die Bahnen in Leipzig, Karl-Marx-Stadt, Berlin-Weißensee natĂŒrlich und Heidenau – die in Halle ja schon damals nicht mehr.
    Es ist also tatsĂ€chlich etwas Besonderes, dass es die Bahn heute noch und vor allem in diesem Zustand gibt, und das nicht nur aus nostalgischen GrĂŒnden.
    Daher ist es sehr sehr schade, dass hier Engagement offensichtlich nicht belohnt wird.
    Wohne leider nicht mehr in der Gegend und bedaure zutiefst, mich da nicht einbringen zu können.
    (Rad-)sportliche GrĂŒĂŸe aus der LĂŒneburger Heide
    Maik B.

  8. Ja das waren noch Zeiten als Hannes Schober uns auf der Bahn trainierte oder mit dem B1000 auf der Straße hinter uns her fuhr und ĂŒber Lautsprecher Anweisungen gab. Sehr schade das sich niemand findet und die Bahn wieder beleben will.
    GrĂŒĂŸe aus der Pfalz
    Dirk Kabisch

  9. Schade, ich bin zwar kein Radsportler, aber der Meinung dass die Radrennbahn es verdient hat zu ĂŒberleben. Warum wendet Ihr Euch nicht an die Zeitung. Der Zustand sollte öffentlich gemacht werden. Bei vielen ist die Bahn schon aus dem GedĂ€chtnis verschwunden.

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